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Teatesting: #TEAFAVS meets Trinkkur

Mit freundlicher Unterstützung von Frau Kaiser (Berlin), war es uns gegönnt, erneut neue Geschmackserlebnisse mit dem #TEAFAVS zu erleben.

Die Herausforderung bestand für uns darin, ohne viel Hintergrundwissen über die Zutaten und Wirkungsweise der Trinkkur aus Berlin eine Einschätzung abzugeben. Da die Geschmäcker im Team sehr unterschiedlich sind und wir die Bedingungen für alle gleichermaßen spannend gestalten wollten, konnte es nur heißen: Augen zu und zugreifen! 🙂

Tester Nr. 1

Spirit & KidneyMathias bevorzugt Grünen und Weißen Tee, greift aber auch gern mal zu einem Kräuter-, Roibusch- oder Früchtetee. Er experimentiert sehr gern, mischt wild die verschiedensten Teesorten und war für das Projekt „Blinddate Trinkkur“ sofort zur Stelle. Er angelte sich den Beutel mit der Aufschrift „Spirit & Kidney“, auf Deutsch „Geist & Niere“. Zusätzlich befand sich die Aufschrift „be calm, baby“ auf dem Beutel, was Mathias mit „sei ruhig, kleiner“ bzw. „mach dich auf was gefasst“ übersetzte.
Was war zu sehen? Mathias entdeckte zwei kleinen Rosenknospen, etwas Rohrzucker, bis zu vier verschiedene Sorten getrocknete Früchte und natürlich schwarzen Tee.

Der 1. Aufguss

Der Inhalt (etwa 6 – 8 Gramm) wurde lose in das #TEAFAVS gekippt und nur mit dem oberen Sieb abgedeckt. Bei 90 Grad Wassertemperatur, offenbarte das Teeglas sofort eine kupferrote Farbe, welche durch den Schwarztee zu erwarten war. Schnell setzten sich die Blätter und Früchte am Glasboden ab. Einzig die Rosen schwammen an der Wasseroberfläche. „Be calm, baby“, ergab nun einen Sinn.

Der Geruch wurde von den Rosen dominiert. Lieblich, aber dennoch überdeckend. Darunter befand sich ein nicht identifizierbares Gemisch aus den verschiedenen Früchtesorten. Für ihn, der auch gern Früchtetee trinkt, ein absolut angenehme Mischung. Geschmacklich veränderte sich der Tee im Verlauf der Trinkzeit sehr. Der Schwarztee wurde mit der Zeit immer dominanter, da er sich ja weiterhin im Glas befand, zog er durch und steigerte seine Wirkung. Es wurde jedoch zu keiner Zeit bitter oder unangenehm, eher im Gegenteil, es entwickelten sich während des Trinkens verschiedene Geschmackskompositionen: Zu Beginn sehr fruchtig und süß (durch den Rohzucker), im mittleren Teil eine gute Mischung aus Frucht- und Schwarztee und zum Ende hin ein süßlicher Schwarztee, mit zarter Bitternote. Mathias war gespannt auf den zweiten Aufguss.

Der 2. Aufguss

spirit + tefavsMathias freute sich auf den zweiten Aufguss, auch wenn nicht ganz klar war, wie die Früchte das vertragen bzw. ob sie noch einmal diesen intensiven Geschmack abgeben können, denn Früchtetees sind normalerweise nicht für mehrmaliges Aufgießen geeignet, so seine Erfahrung. Aber einmal sollte es doch noch gehen, oder?

Die Farbe des Tees konnte nicht mehr die Kraft aufnehmen, die der erste Aufguss offenbarte. Auch die Rosen waren kaum noch zu riechen, die Früchte waren dagegen noch dezent vorhanden. Nach ein paar Minuten verlor Mathias die Geduld und schüttelte sein #TEAFAVS kräftig, um auch die letzten Inhaltsstoffe heraus zu kitzeln. Es half allerdings nicht viel, die Farbe blieb blass rot. An dieser Stelle soll gesagt sein, dass das kein Qualitätskriterium für Tee sein muss. Das amapodo Team ist mittlerweile darauf trainiert, die maximalen Aufgüsse herauszufinden und die entsprechenden Grammzahlen zu dokumentieren. Immer mit dem Ziel, das optimale Teeerlebnis sicherzustellen. Hier war die gewählte Menge für einen zweiten Aufguss einfach zu gering. Eine Bewertung wird somit nicht vorgenommen.

Eine schöne Geschmacksentwicklung, für die das #TEAFAVS wie gemacht ist.

Fazit

Wer es fruchtig mag, findet in „Spirit & Kidney“ eine ausgesprochen leckere Teemischung bzw. Trinkkur. Besonders gefallen hat, der Geschmackswechsel, von rosig-fruchtig-süß zu fruchtig-zart-bitter, während des Trinkens. Einzig auf den Rohrzucker kann Mathias das nächste Mal verzichten.
Wir bedanken uns bei Frau Kaiser für die Bereitstellung der individuell zusammengestellten Teeprobe. Welche Wirkung der Tee auf die Niere hat, konnten wir noch nicht herausfinden. Aber hey: „Be calm, baby.“

 

Anmerkung der Expertin, Sabine Kaiser

Der Ausgangspunkt für diese Komposition waren Überlegungen aus der chinesischen Medizin, insbesondere der 5-Elementen-Lehre, Niere und Herz anzusprechen und die damit verbundenen Qualitäten zu stärken.

Was ist die 5-Elementen-Lehre? Sie ist ein theoretisches Basiskonstrukt, welches der Akupunktur, der chinesischen Ernährungslehre und vielen anderen Teildisziplinen zugrunde liegt. Die 5 Elemente sind Wasser, Holz, Feuer, Erde und Metall, denen bestimmte Organe zugeordnet werden. Das Element Feuer wird beispielsweise dem Herz zugeordnet und das Element Wasser der Niere.

Beide wirken in dieser Teeprobe zusammen und ergeben den „Spirit“, die mentale Verfassung, den geistigen Überblick, beherrschen den Willen, modulieren den Gemütszustand der Heiterkeit und Freude. Meine Intention war es also, auf diese Elemente fördernd einzuwirken und gleichzeitig ein Geschmackserlebnis zu schaffen, welches auch für „ungeübte“ Anwender reizvoll ist. Zunächst habe ich Jasmintee, der aufrauend auf die Nierenessenz wirkt, mit Rosentee und Earl Grey geblendet. Die Grundlage des Rosentees ist chinesischer Keemun, also ein dezenter, delikater Schwarztee, der zusammen mit dem etwas kräftigeren Earl Grey (Assam-Darjeeeling-Ceylon-Mischung) das Feuerelement, sprich das Herz anregen soll. Alleine durch das Blenden der zugrundeliegenden Teesorten mit ihren Aromen wurde bereits die Wirkrichtung auf Herz und Niere gesetzt.

Zusätzlich kommen Zutaten aus dem Heilkräuterschatz der Chinesen hinzu. Hier wählte ich die Heckenrose, die ebenfalls die Niere und das Herz stärkt sowie Schisandra (WuWeiZi), die 5-Geschmäcker-Beere, die als Tausendsassa bzw. Wundermittel geschätzt wird (sie ist auch ein Nierenastringens) und Ganoderma Lucidum, ein Pilz, der früher nur dem Kaiserhof vorbehalten war, der die Verbindung zwischen Herz und Niere festigt. Er wirkt sehr bitter, deswegen musste er mit etwas Rohrzucker in die Granulation gebracht werden. Ein weiteres Tonikum sind die Bocksdornbeeren: Sie stärken Niere und Leber und damit auch indirekt das Herz und runden den Geschmack interessant ab.

Die Stärkung von Niere und Herz wirken sich in subtiler mentaler Qualität aus. Es ist eher die innere Ruhe, Kraft aus der Tiefe und Gewissheit in dem was man denkt, sagt und tut. Mehr Kongruenz, statt Zweifeln, Herumlaborieren, hektischer Aktivismus, Unruhe und unproduktiver Gedankenzudrang. Insofern war diese kompositiorische Arbeit und das Ausbalancieren der jeweiligen Mengenverhältnissen den positiven Qualitäten von Herz und Niere gewidmet.

Über die Expertin, Sabine Kaiser

www.longvitycenter.com

sabine-kaiser-longvity-centerGeboren 1963  in Würzburg

  • Examen in Krankenpflege Chirurgische Uni Erlangen
  • praktische Arbeit: Neurochirurgie Intensivstation
  • Studienaufenthalt in Japan, Südostasien

1987 bis 2000

  • Gründung und Leitung der Allgemeinen Berufsakademie für Heilpraktiker Berlin.
  • In diesem Zeitraum über 1000 Heilpraktiker und Therapeuten ausgebildet.

2003 bis 2014

  • Mitarbeit in internationalen medizinische Projekte (China)

1988 bis heute

  • Leitung eigener Naturheilpraxis

2000 bis heute

  • Entwicklung eines Herbal-Labs mit über 300 Einzelstoffen zur praktischen Ausbildung von Therapeuten in chinesischer Pflanzenheilkunde;
  • Integration von chinesischen Heilpflanzen in die Ernährung – Entwicklung von Kraftsuppen/ Kekse/ Tees – Entwicklung von Rezepten, Projekte mit Köchen
  • Entwicklung und Anwendung innovativer Therapieverfahren aus dem Background der fernöstlichen Medizinsysteme: Komplementäre Augenheilkunde/ starke Therapiekonzeptionen für chronische Erkrankungen/ Langlebigkeits-und Schönheitskonzepte aus Asien
  • Veranstaltung der Sommerakademie für Patienten – Hilfe zur Selbsthilfe – (2015)
  • Gründung der Akademie für traditionelle und innovative Heilverfahren (2015)
  • Ausbildung I Weiterbildung I Praxis I Projekte

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